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Geschichte

Geschichte des VCH-Schweiz

1895: Am 20. November treffen sich im neuen Hotel «Eidgenössisches Kreuz» in Bern Leiter von Herbergen und Hospizen und Mitglieder ihrer Komitees. Ihre Häuser waren seit den sechziger Jahren entstanden aus der Not, wandernden Handwerksburschen eine geeignete Unterkunft zu bieten. Die zwanzig Männer genehmigen den Statutenentwurf und gründen den «Schweizerischen Verband Christlicher Herbergen».

1896: Präsident Pfarrer C. Hahn aus Vevey, schreibt: «Hospize und Herbergen, in christlichem Geist geführt, erscheinen umso nothwendiger, als der Geist des Materialismus und Unglaubens alle Gesellschaftskreise durchseucht.»

1900: Neun Häuser sind beigetreten. Der Jahresbeitrag von zwei Franken - «bisher von den Hausvätern aus der eigenen Tasche entrichtet» - wird auf zehn Franken zulasten ihres Hauses erhöht. Aus der Tagesordnung: -Soll der Hausvater mit den Gästen zusammen essen? - Wie kann ein stark beschäftigter Hausvater auch seiner Familie recht dienen? - Wo kann man christliche Dienstboten bekommen?

1902: Mit Blaukreuzhaus Basel wurde das erste alkoholfreie Hospiz aufgenommen nach heftigen Diskussionen. Bis 1945 erreichen die «Alkoholfreien» eine Mehrheit, nehmen aber seither wieder ab.

1904: Gründung des «Deutschen Verbandes Christlicher Hospize» in Kassel, gleichzeitig entsteht - in Gegenwart einer Schweizer Delegation - der Internationale Verband.

1909: Schaffung eines Diploms für langjährige Angestellte. Erstmals waren Ehefrauen der Hausväter an der Jahrestagung.

1921: Nach mühsamen Überlebensjahren während des 1. Weltkriegs tauchen andere Sorgen auf: «Seit wir in Basel im Gastgewerbe den 10-Stunden-Tag haben, resp. die 60-Stunden-Woche, empfinden wir mehr als früher den Ostwind, noch nicht Sturm!» (gemeint ist natürlich die Russische Revolution) - so Vorstandsmitglied J. Hasler

1927: «Unter dem Personal herrscht eine bemerkenswerte Stabilität, denn es konnten 32 Diplome an langjährige Angestellte ausgeteilt werden

1928-1930: Jahrelange Klagen, der Verband «arbeite zuwenig praktisch wirksam und nach aussen hervortretend», er sei kein Zweckverband, sondern eben vor allem «ein Freundschaftsbund auf christlicher Grundlage».

1945: 26 angeschlossene Häuser. Einst blühende Häuser mussten jedoch während des 2. Weltkrieges schliessen. Präsident E. Haller in der 50-Jahre-Jubiläumsschrift: «Nun haben wir es soweit gebracht, dass auch Frauen ohne Männer unter uns sind als alleinverantwortliche Betriebsleiterinnen... Wir möchten diese Tatsache ... nicht als eigentlich normal, vielmehr für notgedrungen ansehen.» (!)

1946: Kritik am «reinen Freundschaftsverband» trägt Früchte: An der Tagung in Schaffhausen wird die Gruppe «Erfahrungsaustausch über Betriebskennzahlen» gegründet. Ihr Obmann verschickte den Teilnehmern die Auswertungsbogen. «Aus diesen Aussprachen ist gegenseitiges Vertrauen erwachsen; das Vergleichsmaterial ist für die 20 teilnehmenden Betriebe unentbehrlich geworden für die Steuerung des Betriebes.»

1947: Aus Thesen von Pfarrer. W. J. Oehler an Tagung im Schloss Hünigen:
- «Das christliche Hospiz hat sich vor allem durch seine Kostproben der Liebe Gottes und nicht durch die Etikette zu erkennen zu geben. Sein Auftrag besteht vor allem in der wortlosen Verkündigung des Evangeliums
- «Unsere Statuten dürften neben den Ansprüchen der Gäste auch die des Personals nennen
- «Der Zusammensetzung des Verwaltungsrates eines Hospiz kann gar nicht genug Sorgfalt geschenkt werden.»
- Hilfsaktion für 58 notleidende deutsche Hospize: «Als Dankeszeichen gegenüber Gott.» Ergebnis: 750 komplette Bettwäsche-Garnituren.

1948: 1. VCH-Delegation zur Tagung der skandinavischen «Missionshoteller» in Dänemark.

1954: Weiterbildung wird so wichtig, dass ein zweites Leitertreffen im Spätherbst eingeführt wird. Die Zunahme auf 44 Mitgliederhäuser wird vor allem dieser Fachtagung zugeschrieben. Konkrete Frucht: Der Vorstand erarbeitete wegen grosser Unterschiede Richtlinien für die Entlöhnung der Hausverwalter. Diese heikle Arbeit wirkte sich segensreich für viele aus.

1964: Der Berner Werbeberater Grimm referiert im Schloss Hünigen, dann auch in Deutschland, über «Imagefragen des VCH». Ergebnis: Das erstmals erarbeitete internationale VCH-Hotelverzeichnis trägt zu besserem Bekanntheitsgrad (und einem massiven Defizit!) bei.

1950-1970: «Hochkonjunktur bis zum Unbehagen: Umweltverschmutzung, Gastarbeiterfragen, Altersvorsorge, steigender Verkehr, Alkohol- und Drogenprobleme sind offenbar schwerer zu lösen als eine Mondfahrt.» Die Durchschnittsbelegung in diesen «Goldenen Sixties» liegt bei 70 Prozent!

1970: 75-Jahr-Feier. Präsident J. Krähenbühl, Vevey, legt eine kurze Verbandsgeschichte vor. Er nennt ein prophetisches Wort: «Der Personalmangel beschäftigt uns ausdauernd, und wir werden sicher im 100-Jahr-Bericht noch davon hören...»

1986: Peter Salvisberg aus Orselina wird VCH-Präsident, 1991 auch Chef der internationalen «Association of Christian Hotels» (ACH).

1992: Die Mitglieder erarbeiten mit 3’460 Betten 667’800 Logiernächte, die Bettenbelegung beträgt 53 % und ist deutlich höher als in Gesamthotellerie, aber auch spürbar tiefer als in den Boomjahren der Nachkriegszeit. Grösstes Haus ist das Hotel Kreuz in Bern mit 180 Betten, kleinstes Haus ist die Pension Sonnmatt in Adelboden mit 18 Betten. Der Verband umfasst 50 Hotels: 2 ****-Häuser, 18 ***-Häuser, 22 **-Häuser und 8 *-Häuser.

1985-1995: Zahlreiche Mitgliedshäuser in der ganzen Schweiz renovieren, sanieren oder erstellen Neubauten im Zeichen der Komfortsteigerung und rationellerer Bewirtschaftung: Der Gesamtaufwand dürfte 70 Millionen Franken übersteigen.

1995: Am 25. April wird der 100. VCH-Geburtstag im Davoser Hotel Bethanien gefeiert, das ebenfalls eine hundertjährige Vergangenheit hat, aber sich im Glanz eines prächtigen Neubaus sonnt. Unser Geschenk an die Öffentlichkeit: 100 Gratisferienwochen für benachteiligte Mitmenschen. Sponsoren finanzieren eine VCH-Zeitung und die Öffentlichkeitsarbeit.

2003: Nach über 16 Jahren tritt Peter Salvisberg vom Amt des VCH-Präsidenten zurück und Hans-Beat Buol, Betriebsleiter Zentrum Ländli, wird zum neuen Präsidenten gewählt. Peter Salvisberg bleibt internationaler VCH-Präsident der Hotels International
ACH - Association of Christian Hotels.

2007: Fortgeführt wird die 2006 begonnene Seminarreihe "Mit biblischen Prinzipien und Profil zum Erfolg". Dank des Engagements des VCH-Vorstandsmitglieds Hans Eberhard aus dem
(CVJM-Zentrum Hasliberg) konnte ein neues Ressort "Ermutigung" zur Stärkung der VCH-Betriebsleiter geschaffen werden.

2008: Peter Salvisberg, seit 1986 für das internationale Präsidium verantwortlich und als Hoteldirektor und nationaler VCH-Präsident seit 2003 im Ruhestand, tritt von seinem Amt als Präsident
ACH/VCH-International altershalber zurück. Neuer Präsident wird Per-Steinar Krogstad, Manager der NM-Hotels in Norwegen.

2013: An der VCH-Jahresversammlung wird Frau CorneIia Fiückiger-Bührer zur Präsidentin gewählt. Damit hat erstmals eine Frau das höchste Amt des Verbandes inne. 47 Hotels gehören zum VCH, der Anteil mit Qualitätsgütesiegel ist auf 80% angewachsen.